Viele Pilger unterwegs?

Ja, es mag schon sein, dass man vielen Menschen begegnet. Vor allem zum Ende des Jakobsweges häufen sich die Pilger, es werden immer mehr auf der Jagd nach der Compostela. Aber – für mich war’s eine Bereicherung. Ich habe mich gefreut und gute, auch bleibende Freundschaften geschlossen. Doch ist das ein guter Grund, nicht einfach die letzten Kilometer – so meistens ab Sarria – zu pilgern. Abgesehen davon, dass die Wege dann längst gut bepilgert sind, sie sind auch nicht die schönsten. Die Eukaliptuswälder, ja, die wunderbaren alten Eichen, es gibt schon viel zu sehen und erleben, die Kornspeicher… aber der Weg ist überall so reich, ich würde auf keinen einzigen Kilometer verzichten, nicht einmal die langen und öden Wege zu- und von den Grossstädten. 

In der Schweiz ist mit kaum jemand begegnet, nur in den Herbergen und einmal auf dem Weg. Das ist ein echter „Pilgerpfad“. Von Genf nach Le Puy en Velay sind etwas mehr Pilger, nur: die Einsamkeit auf dem Weg bleibt: Es ist eine Nebenstrasse. Nach Le Puy werden es schon mehr, eine Hauptstrasse, um in Verkehrstechnischen Begriffen zu bleiben.

Ab Saint-Jean-Pied-de-Port sind wir auf der Autobahn – nach so vielen Kilometern alleine war ich schon froh um die Gesellschaft, die guten Gespräche, die tollen Freundschaften!