Einmal Pilger… – 12.7.19

Der Hospitalero (Gastgeber), der uns heute im Hospital di San Giacomo und San Labré in Rom empfangen hat, heisst Antonio. Als er bei der Registrierung die Herkunft «Schweiz» und «Aargau» gesehen hat, hat er uns begeistert von sich erzählt. In den siebziger Jahren hat er in der Brown Boveri in Baden gearbeitet. Er kennt noch seine Schweizer Adresse, die Namen seiner Vorgesetzten und auch seines Personalchefs. Heute ist er in Mailand zuhause, pilgert und ist als Freiwilliger Gastgeber in unserer Pilgerherberge, zusammen mit Elisabetta, Giovanni, Elena und Flora. Sie gehören dem römischen Kapitel der Laien-Bruder- und Schwesternschaft des San Giacomo […]

Hitzewelle – 28.6.19

Um 11.30 Uhr, deutlich vor dem Mittag, waren wir, das sind Willy, ein paar andere Pilger und ich heute am Ziel. Zwischen Start in San Miniato und Ziel in Gambassi Terme lagen kurze 24 Kilometer, die letzten vier alle bergauf. Die Backofenhitze brät danach alles durch, was sich zwischen Himmel und Erde bewegt. Über vierzig Grad im Schatten – die Hitzewelle hat Italien und uns Pilger erreicht. Sie treibt uns früh aus dem Bett. Heute Morgen waren erstmals mehrere Pilger mit mir um halb fünf am Frühstückstisch in der Herberge, eines der seltenen. Ansonsten ist eher Wasser angesagt. Ich war […]

«Kirchen-Purpose» – 2.6.2019

In seinem ersten Apostolischen Schreiben, «Evangelii Gaudium», das sich teils spannender lesen lässt als ein Krimi, stellte Papst Franziskus in seiner eigenen Direktheit fest: «Diese Wirtschaft tötet». Für seine Ausführungen wurde er heftigst von der Wirtschaft selbst, wie hätte es denn anders sein können, und von Politikern verschiedener Couleur kritisiert. Wie denn sollte sich ein Papst erfrechen, über Wirtschaft zu sprechen? Sind sein Business nicht die Seelen? Dreht man den Stein aber um, den die Wirtschaft gemeinhin so wunderbar poliert präsentiert, kommt die zweite Seite der Medaille zum Vorschein: Enorme Einkommens- Chancen- und Bildungsunterschiede weltweit. Nach wie vor unendlich viele […]

Offene Kirche – 29.5.19

Eine offene Kirche – ist der Ausdruck nicht ein Pleonasmus – also doppelt gemoppelt wie «ein weisser Schimmel»? Und «offen» in welcher Hinsicht? Eine offene Tür? Manchmal von 07.30 Uhr bis 19.00 Uhr oder so ähnlich? Offene Türen von Kirchen haben mich schon einige Male vor Regen geschützt, oder gar Gewitter, oder Kühle an heissen Tagen gespendet. Oder Zeit geschenkt zur Einkehr und zur Stille. Das ist für mich die tiefste Stufe des «offen» seins. Und dennoch – viele bleiben geschlossen, auch auf Pilgerwegen, und sind nur sehr beschränkt zugänglich. Eine Massnahme gegen Missbrauch? Littering? Vorbeugung wovor? Bösen Buben? Auf […]