Einladung zum Pilgerbericht mit italienischen Chansons

Wo: Katholisches Kirchgemeindehaus, Breitenstrasse 6, Rothrist Wann: 31. Oktober, 19.30 Uhr   Vom 23. Mai bis 12. Juli 2019 bin ich auch als Mitglied des Vorstands des Gönnervereins CFI auf der Via Francigena über 1300 Kilometer von Rothrist nach Rom gepilgert. Dabei haben wir über 8’000 Franken für kambodschanische Kinder gesammelt. Was ich erlebt habe, wie ich mit einer Fussverletzung weitergegangen bin und warum ich anschliessend entschieden habe, vorzeitig in den Ruhestand zu treten – darüber berichte ich am 31. Oktober im kath. Kirchgemeindehaus in Rothrist. Begleiten werden mich Marc Siegrist (Gesang) und Maria Fülöp (Klavier), die bekannte Melodien von […]

Pilgertratsch – 1.7.19

Die ganz aktuellen Themen unter Pilgern sind die Hitze und die Verfügbarkeit von Wasser. Die ansonsten so liebliche Toskana zeigt sich da von ihrer harten Seite. Zwanzig, dreissig Kilometer bei Temperaturen über zwanzig Grad um fünf Uhr morgens, die sich bis um zwei Uhr nachmittags auf 36, 37 Grad steigern. Heute war die 26 Kilometer lange Strecke zwischen Siena und Ponte d’Arbia vollständig unbewaldet. Wir mussten schutzlos unter einer immer kräftiger brennenden Sonne gehen, ohne einen Windhauch, ein Lüftchen, ohne Bars, gottseidank immerhin zwei Brunnen unterwegs, die Warmwasser spendeten. Nicht anders unser eigenes mitgebrachtes Wasser, das ab 11 Uhr von […]

Glück, Zufall, Wahrscheinlichkeit – 4.6.19

Heute war ein langer Tag und ein wolkenlos heisser. Ich bin von Orsières auf den Grossen St. Bernhard gepilgert. Wie oft ohne Frühstück, aber mit einem (gefühlt) Liter Kaffee intus. Gegen elf gab’s eine Banane, ansonsten nur sehr viel Wasser. Ein schöner, langer Aufstieg, der es in sich hat. Die letzten etwa sieben Kilometer waren auch nicht mehr auf dem angeschriebenen Pilgerweg zu gehen. Der Schnee liegt dort teils noch recht hoch. So musste ich auf den letzten sechs, sieben Kilometern die Strasse hoch. Ich war mit Pausen rund 10 Stunden unterwegs, als ich um die letzte Kurve zum Pass […]

Genügsamkeit – 3.6.19 (gestern geschrieben)

Während ich für morgen guten Respekt habe vor den etwa 1600 Meter Höhenunterschied, die auf 25 bis 29 Kilometer zurückzulegen sind, je nachdem, welche Karte und welchen Führer man konsultiert, genehmige ich mir in der Pilgerherberge von Orsières ein echtes Volg Lagerbier, 85 Rappen die Halbliterdose. Ich könnte eh keinen Unterschied zu anderen ausmachen. Ich hab’ auch eingekauft, um mir genau das Abendessen zuzubereiten, das ich möchte, ohne von Menu-Karten abhängig zu sein. Das ist Luxus. Ebenso wie die Zigarre, Toscani Originali, die ich mir genehmigen werde. Und wenn ich mit dieser Stinkspargel ganz Orsières einneble – après moi le […]

Auffahrtswochenende – 31.5.19

Das Runtersteigen nach Lausanne war wieder mal eine Tortur. Schon beim Jakobsweg war ich an der Signalisation gescheitert. Kaum kommt man an den Rand der Stadt, bei Epalinges, Croisette, wird man im Kreis rumgereicht. Eine Stadt für Autofahrer, für ÖV-Nutzer, aber sicher nicht für Pilger. Zu guter Letzt hat auch mein Handy mit der Route schlapp gemacht. A bon entendeur… Nachdem es schon schwer gewesen war, in Lausanne eine einigermassen bezahlbare Bleibe zu finden, zu 86 CHF für ein paar Stunden Schlaf, wurde ich beim Versuch, die nächsteUnterkunft zu buchen, eines noch Besseren belehrt. Ausgebucht, ausgebucht, ausgebucht, die ganze Genferseeregion […]

Ein fauler Tag – 28.5.2019

Könnte man meinen, der Pilger nimmt’s aber ganz gemütlich. Er sitzt um acht Uhr morgens noch in der Küche der Pilgerherberge und lässt sich’s nach einem Neunstundenschlaf gut gehen. Nun, ich würde nie behaupten, es ginge mir nicht gut. Aber wenn die Blasen am linken grossen Zeh nicht wären, ein trauriger Anblick, der einem Zombie-Streifen Ehre machen würde, dann wär ich längst auf den Beinen und weg Richtung Orsonnens, meine nächste Klosterunterkunft. Wie komme ich zu diesen Blasen, frage ich mich? Nachdem ich schon mal praktisch ohne solche lästigen Begleiter  je kennengelernt zu haben, über 2000 Kilometer nach Santiago de […]

Auf Augenhöhe – 26.5.19

Was mich immer wieder erstaunt, ist die Nähe der Menschen, völliger Unbekannter, die ich beim Pilgern erfahre. In den seltensten Fällen werden Smalltalk betrieben oder Oberflächlichkeiten feilgeboten. Die Beiz, die abgebrannt ist, was das für die Familie bedeutet. Oder der Ertragswert des Hofes, die menschliche Tragödie, die dahintersteckt, wenn die im Pensionsalter stehenden Eltern bereit waren zur Übergabe an den ältesten Sohn, alle Verträge gezeichnet, und dann erkrankt dieser an MS, was einen landwirtschaftlichen Beruf nahezu ausschliesst. Der Streit mit Schwager oder Schwägerin, die Distanzierung der eigenen Kinder. Der Streit mit der Denkmalpflege, die viel will und nichts bietet. Die […]