Pilgern für Kinder

Kilometer um Kilometer, bei schönem und üblem Wetter, im Regen, beim Aufstieg am Grossen St. Bernhard oder beim Schwitzen unter der toskanischen Sonne, auf der Via Francigena sammle ich für kambodschanische Kinder. Natürlich wandere ich gerne. Keine Frage. Aber ich gebe auch Freunden, Bekannten und wer das gerne möchte die Gelegenheit, sich sinnvoll zu beteiligen: Indem wir alle Kinder unterstützen, die es wirklich brauchen.

CFI (Children’s Future) muss ein neues Center finden! 

Dieses Jehr feiert CFI sein 10jähriges Jubiläum. Damit enden aber auch wichtige Mietverträge von Liegenschaften und Grundstücken, die vielen Kindern ein echtes Zuhause waren: Als Schule, als Fussballfeld, als Spielplatz, Als Bibliothek, als Pflegestation, als Küche und Esszimmer, um sich einfach auzuhalten, zum Chillen und, anfangs, einigen auch als Heim. Zum Ausbau der Infrastruktur hat der Staat zudem mehrere Landstücke enteignet. CFI kann noch ein bisschen bleiben, aber ein neues Center muss in der Zwischenzeit aufgebaut werden. Das geeignete Grundstück wurde in den vergangenen Jahren bereits erworben. Jetzt geht es darum, das neue Center zu planen und schrittweise aufzubauen. Dafür sollen die Spenden aus dieser Pilgerwanderung verwendet werden. 

Für den sinnvollen Mitteleinsatz zeichnet der in der Schweiz ansässige Gönnerverein CFI (Children’s Future International) verantwortkich, dem ich als Gründungs- und Vorstandsmitglied angehöre. Der Gönnerverein unterstützt die seit 10 Jahren bestehende kambodschanische Hilfsorganisation Children’s Future (CFI). Der Verein trägt vor allem die medizinische Versorgung der Kinder, gewährt Unterstützung für die Aus- und Weiterbildung, Ernährung, Unterkunft und Pflege sowie Notfallhilfe und ermöglicht spezifische Entwicklungsprojekte. Der Aufbau eines neuen Centers gehört dazu. Der Gönnerverein wendet alle Einnahmen in vollem Umfang für die kambodschanischen Kinder auf. Marketing- und Verwaltungskosten werden vom Vorstand getragen, und darauf sind wir besonders stolz.

Zum YouTube-Kanal von CFI

Die Erfolge in Kambodscha sind gross, die Finanzierung bleibt schwierig. Aber jetzt ist Not am Mann/an der Frau. Es ist wichtig, darum wiederhole ich’s gerne: Die Mietverträge für Gebäude und Land des CFI-Zentrums laufen aus. Es bestehen auch von Seiten des Staates Umnutzungspläne. Geichzeitig bleibt der Bedarf der Kinder und ärmsten Familien weiterhin hoch. CFI muss seine neue Bleibe bauen, ehe die Schule geschlossen, die Büros der Sozialarbeitenden verlassen werden müssen und Küche, Bibliothek, Computerraum und Spielecken oder Fussbalfelder ersatzlos verloren gehen.

CFI unterhält eine eigene Schule, in der gut 250 Schülerinnen und Schüler in Khmer, der Landessprache, Englisch und in Mathematik unterrichtet werden. Die Kinder erhalten am CFI Center auch regelmässige Mahlzeiten. Damit die Schülerinnen und Schüler nach dem Schulabschluss eine konkrete weiterführende Perspektive haben, schafft CFI Möglichkeiten für Universitätsstipendien und Berufsbildung. Am CFI-Center finden die Kinder aber auch emotionale Begleitung, Unterstützung, Freunde. Spielzimmer, Bibliothek, Fussballfeld, Spielplatz – sie können unbeschwert Kinder sein. Sie werden nicht nur tagsüber in der Schule betreut, sondern auch ausserhalb der Schule in ihren Familien, für eine möglichst unbeschwerte und sichere Entwicklung. Wo nötig, begleitet CFI auch ganze Familien. Alleinstehende oder gefährdete Kinder werden in sicheren Pflege- und Gastfamilien untergebracht. Im Übrigen führt CFI zusammen mit einer internationalen Fussballorganisation eigene Fussballmannschaften für Knaben und Mädchen.

Stolze Erfolge

  • 250 Kinder und Jugendliche werden in der CFI-Schule (Learning Center) umfassend gefördert, viele erhalten an den staatlichen Prüfungen Top-Noten
  • Sechs ansonsten chancenlose Jugendliche haben bereits die Universität abgeschlossen
  • Die nächste Studierenden-Generation, rund 20 Jugendliche, hat auch schon ein Studium begonnen
  • Monatlich werden viele Kinder/Jugendliche gesundheitlich betreut,wenn möglich in der eigenen Pflegestation
  • Viele Kinder werden vor Kinderarbeit, Misshandlung und Missbrauch vorbeugend geschützt, Opfer stabilisiert
  • Täglich erhalten bis zu 80 Kinder/Jugendliche von CFI ihre Mahlzeiten
  • 60 Familien werden begleitet und unterstützt
  • 6 Fussballmannschaften nehmen an regionalen und nationalen Jugendturnieren teil

Children’s Future – Einblicke

Die Gründerin in der Familie

Nach ihrer Matura (Abitur in der Schweiz) wollte meine zwanzigjährige Tochter Jenny Asien kennenlernen und acht Monate lang im Norden von Thailand Dorfkinder in Englisch unterrichten. Auf einer kurzen Reise kam sie in das nahe gelegene Kambodscha. Das Land, seine Kinder und sie war Liebe auf den ersten Blick. Sie blieb acht Jahre in Kambodscha. Der Not, der sozialen Zerrüttung und dem Schicksal vieler in Armut lebender Kinder konnte sie einfach nicht den Rücken kehren.  Zuerst unterrichtete sie Englisch und arbeitete in einer lokalen Hilfsorganisation. Danach baute sie aus dem Nichts für die ärmsten Kinder, die durch alle sozialen Maschen zu schlüpfen drohten, in der ländlichen Umgebung von Battambang das Hilfswerk Children’s Future (CFI) auf. Viele Kinder der ersten Stunde sind nun erfolgreiche Erwachsene junge Menschen. Einige haben studiert, mehrere arbeiten am Center und tragen die einzigartige Kultur weiter. Das wunderbare Werk hat schon vielen sonst hoffnungslosen Jungen und Mädchen ein neues Leben beschert, und ihren Familien mit ihnen. Insofern war es, ist es, mit allen Rückschlägen, eine glückliche Liebesgeschichte.